Guitar Summit

COBODY

„Kenn ich schon, war ich schon, weiß ich schon!“ Nichts Neues mehr unter der Sonne. Diese immer leicht ennuyierte Grundhaltung der pophistorisch weit gereisten Mover und Shaker verfängt im Falle von COBODY gleich schon mal gar nicht. Stattdessen: irritiertes Hochziehen der Augenbrauen. Moment mal! Ist das nicht? Richtig! Aber auch wieder nicht, denn SO haben wir das noch nicht gehört. Schubladen funktionieren hier ohnehin nicht. Klemmen. „Belmondo“ – dieser unbekümmert swingende Ausflug in die abenteuerlichen Welten eines französischen Films der mittleren Sixties, dessen Anfang hundsgemein und doch sehr schön eine falsche Fährte legt, bis die Gitarre … Ist es Pop? Ist es Jazz? Wenn es Jazz ist, dann vielleicht Space-Jazz, geerdet mit lauter Erinnerungen an eine grundsolide Pop-Sozialisation. Hey, hey, The Beatles! Doch eher sollte man wohl Free Funk zu COBODY sagen, wobei „Free“ hier nicht das „Free“ von Free Jazz meint, sondern eher das „Free“ im Sinne von „frei und ungebunden“ und das „Funk“ im Sinne von voll „funktionstüchtig“. Da kann dann schon mal der immergrüne Soul Jazz-Polit-Klassiker „Tryin’ to make it real compared to what“ um die Ecke biegen, an die Allman Brothers oder Steppenwolf erinnert oder eben – mutig, aber souverän eigensinnig – den Beatles gehuldigt werden. Aber Obacht! COBODY sind eben keine Coverband. Nicht nur, weil sich allerlei Eigenkompositionen ins Programm geschlichen haben, die ihrerseits nach Cover-Versionen vielleicht nur vergessener Songs schmecken. Sondern auch, weil die »echten« Cover-Versionen immer auch COBODY sind. Mal mehr, mal weniger. Wenn COBODY sich eines fremden Songs annimmt, dann wird der erst mal richtig durchgekaut, dann runtergeschluckt und was am Ende dabei hinten herauskommt, das riecht und schmeckt nach COBODY, also frisch, groovy, ganz und gar eigen und JETZT! Was Leckeres für Kenner. Ach was, für alle Anderen auch!

 

BIOS:

 Jo Bartmes (*1964) Stationen: Jazzstudium in New York u.a. bei Maria Schneider, Kenny Werner und Joe Lovano), Filmkomponist und Cocktailpianist, zurück in der BRD: Projekte mit Jon Sass, Joo Kraus, The Soul Jazz Dynamiters und DePhazz, eigene Band: bartmes, diverse Alben, seit 2009 eigenes Independent Label: blisstone, Theatermusiken für das Badische Staatstheater Karlsruhe, Schauspiel Frankfurt, Theater Heidelberg und Theater Heilbronn, COBODY.

Michael “Kosho” Koschorreck (*1962) Stationen: Afrodisia, Jon Otis, Sanfte Liebe, Les McCann, Söhne Mannheims, Zelia Fonseca, Wolfgang Haffner. Gefragter Studio- und Sessiongitarrist. Seit 1997 drei Soloalben sowie zwei CDs im Duo mit dem Konzertgitarristen Augustin Wiedemann. Dozent an der Popakademie Baden-Württemberg, COBODY.

Erwin Ditzner (*1960) Stationen: Guru Guru, Rif, Sanfte Liebe, Sind Sie Außer Gefahr, Mardi Gras .bb, Ditzner Lömsch Duo, Barbara Lahr Trio, Netnar Tsinim, als Eigner einer „Carte Blanche“ des Enjoy Jazz Festivals Konzerte mit Sebastian Gramss, Marilyn Crispell, Alexander von Schlippenbach u.a., Ballettmusiken für Produktionen von Kevin O´Day, COBODY.

www.cobody.de